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Insurance Investment Outsourcing Report (IIOR) 2026: Die wichtigsten Erkenntnisse für Versicherer

Der IIOR liefert detaillierte Profile von Asset Management-Gesellschaften und 12 Fachberater, mit rund 5.500 Milliarden US-Dollar an gemeldeten, unabhängigen Kapitalanlagebestand.

Viele nutzen die Studie, um Vermögensverwalter für bestimmte Anlageklassen zu identifizieren. Doch dieselben Profile und Analysen bieten auch einen umfassenderen Blick auf die Struktur des ausgelagerten Versicherungsvermögensverwaltungsmarktes und seine Entwicklungen. Sie beleuchten die Kompetenzen, die wirklich versicherungsorientierte Verwalter auszeichnen, sowie den anhaltenden Anstieg nicht börsennotierter Anlagen, eines der prägenden Merkmale des Marktes und ein zentrales Kriterium bei der Verwalterauswahl.

Über ihre Funktion als Nachschlagewerk hinaus bietet die Studie einen Einblick in die kontinuierlichen Veränderungen der Versicherungsvermögensverwaltung.

Versicherungsvermögensverwaltung – wo Spezialwissen den Unterschied macht

Versicherungsportfolios unterliegen einem spezifischen Anforderungsprofil, das bei klassischen institutionellen Mandaten nicht gegeben ist. Diese Rahmenbedingungen determinieren jede im Auftrag eines Versicherers getroffene Anlageentscheidung.

Bilanzaktiva müssen mehrere Ziele gleichzeitig erfüllen: Verbindlichkeiten absichern, regulatorische Kapitalkosten tragen und zur Rentabilität beitragen, alles unter den Bedingungen der statutarischen Rechnungslegung, Solvency II und einer Investment-Grade-Ausrichtung, bei der laufende Erträge wichtiger sind als Mark-to-Market-Gewinne. Was für einen Pensionsfonds oder eine Stiftung funktioniert, lässt sich deshalb nur selten eins zu eins auf den Eigenbestand eines Versicherers übertragen.

Die Implementierungspräferenzen sind seit Jahren konstant. Versicherer bevorzugen Separatkonten, für mehr Kontrolle und regulatorische Konsistenz. Strukturierte Private-Debt-Instrumente als geratete Strukturen haben sich durchgesetzt, weil sie denselben Anforderungen gerecht werden. Fondsstrukturen bleiben dort relevant, wo Separatkonten nicht praktikabel sind, etwa bei Private Equity oder LP- und LLC-Strategien. Die im IIOR erfassten Verwalter haben ihr Angebot genau darauf ausgerichtet, deshalb behandelt die Studie Versicherungskompetenz als eigenständige Disziplin, nicht als Variante institutioneller Vermögensverwaltung.

Die Kompetenzen der Vermögensverwalter

Viele Asset Manager haben echte Versicherungsexpertise aufgebaut, erkennbar nicht an einer einzelnen Strategie, sondern an der Gesamtinfrastruktur: versicherungsspezifisches Reporting, Analyse buchhalterischer Erträge und Allokationsprojektionen sowie Unterstützung bei regulatorischen und buchhalterischen Anforderungen des Mandats

Hinzu kommen Peer-Analysen, strategische Asset-Allokation, Markttrend-Monitoring und ESG-Perspektiven: Leistungen, die Versicherern helfen, ihr Portfolio im Marktkontext zu verorten, und die sich bei der Profilanalyse oft als entscheidende Differenzierungsmerkmale herausstellen.

Die Profile sind so konzipiert, dass diese Dimensionen einheitlich dargestellt werden. Der Umfang des Leistungsangebots, die Kundenbasis und die Erfahrung im Versicherungssektor liefern jeweils ergänzende Erkenntnisse über die Kompetenzen eines Verwalters. Zusammengenommen ermöglichen diese Elemente eine strukturierte Analyse eines Marktes, in dem Ansätze und Betriebsmodelle erheblich variieren.

Die Studie im Überblick

Der IIOR ist ein offenes Verzeichnis von Asset Managern und Fachberatern im Versicherungsbereich: kostenlos zugänglich für institutionelle Investoren. Jede Ausgabe verbindet Einzelprofile mit Marktanalysen, sodass der Leser nahtlos zwischen dem Blick auf eine einzelne Gesellschaft und dem großen Marktbild wechseln kann: auf Basis detaillierter Volumendaten nach Anlageklassen, verwalteter Versicherungseigenbestände und Leistungsübersichten.

Der Markt für Versicherungsvermögensverwaltung

In seiner Gesamtheit stellt der Bericht eine jährliche Bestandsaufnahme der Versicherungsvermögensverwaltung dar, und die Ausgabe 2026 setzt einen nachhaltigen Wachstumstrend fort. Die gemeldeten Volumina sind innerhalb eines Jahres um 23 % gestiegen, was einem Anstieg von rund 1.000 Milliarden US-Dollar entspricht. Über die 12 Jahre der Publikation ist die Teilnehmerzahl von 40 auf 108 Gesellschaften und Berater gestiegen, und die gemeldeten Gesamtvolumina haben sich etwa verfünffacht.

Dieses Wachstum spiegelt Marktexpansion und erweiterten Studienumfang wider. Europa und das Vereinigte Königreich verzeichneten den größten absoluten Zuwachs mit einem Plus von rund 500 Milliarden US-Dollar bzw. +32 %, teilweise bedingt durch den Markteintritt weiterer Vermögensverwalter. Nordamerika wuchs um 200 Milliarden US-Dollar (+12 %), während die Regionen Asien-Pazifik und Offshore höhere prozentuale Wachstumsraten erzielten.

Neueinsteiger leisten ebenfalls einen signifikanten Beitrag zur Gesamtentwicklung. Ein Teil des Anstiegs ist auf die Erweiterung des Teilnehmerkreises zurückzuführen – insbesondere auf große internationale Vermögensverwalter, die ihre versicherungsspezifischen Kapazitäten ausbauen, sowie auf Private-Asset-Manager und spezialisierte Boutiquen, die erstmals in der Studie vertreten sind.

Die Studie effektiv nutzen

Der IIOR hilft Ihnen, Verwalter zu bewerten – nicht nur zu finden. Für jede Anlageklasse zeigt ein Profil: verwaltete Volumina für Versicherer und Gesamtkundschaft, geografische Präsenz, Anzahl und Art der Versicherungskunden sowie spezifische Leistungen. In ihrer Gesamtheit ermöglichen diese Informationen eine differenzierte Unterscheidung von Verwaltern, die in einer ersten Analyse vergleichbar erscheinen mögen.

Einer der aussagekräftigsten Vergleiche ist das Verhältnis zwischen Gesamtvolumina und versicherungsspezifischen Volumina. Es zeigt, welchen tatsächlichen Stellenwert das Versicherungsgeschäft für einen Verwalter hat – und welche Ressourcen er voraussichtlich für spezialisierte Kapazitäten bereitstellt. Ein großer Generalist mit begrenztem Versicherungsanteil folgt einer anderen Logik als ein Verwalter, dessen Modell fest in diesem Markt verwurzelt ist.

Anzahl und Typ der betreuten Versicherungskunden geben ergänzenden Aufschluss über die Tiefe und Vielfalt der Erfahrung eines Verwalters. Wer diese Unterschiede vor der Shortlist-Erstellung berücksichtigt, kann ein breites Kandidatenuniversum gezielt auf die Verwalter eingrenzen, die für ein konkretes Mandat wirklich in Frage kommen.

Da frühere Ausgaben der Studie weiterhin zugänglich sind, ist es möglich, die Entwicklung eines Vermögensverwalters im Zeitverlauf zu analysieren. Der Vergleich der Profile über mehrere Jahrgänge hinweg ermöglicht eine dynamische Betrachtung der Entwicklung seiner versicherungsspezifischen Aktivitäten.

Aufbau der Studie

Die Studie beginnt mit einem Marktüberblick und führt schrittweise zu den detaillierten Profilen der teilnehmenden Verwalter und Berater: mit Volumendaten, versicherungsspezifischen Leistungen und Kontaktdaten. Rankingtabellen nach Kapitalanlagebeständen, ergänzt durch regionale Aufschlüsselungen, helfen bei der gezielten Einordnung.

Jedes Profil differenziert zwischen externen Eigenbestandsvolumina, konzerngebundenen Eigenbestandsvolumina, Separatkontovermögen, sonstigen Vermögenswerten und den Gesamtvolumina des Verwalters. Diese Struktur erlaubt eine Beurteilung sowohl der Gesamtgröße als auch der Versicherungstiefe eines Verwalters. Darüber hinaus geben die Profile Auskunft über versicherungsspezifische Leistungen sowie die Kundenverteilung nach Versicherungstyp und -größe.

Die Vermögensallokationen werden nach übergeordneten Anlagekategorien ausgewiesen: börsennotierte Anleihen, Private Debt, börsennotierte Aktien sowie alternative Anlagen – mit Unterkategoriedaten, sofern vorhanden. Es ist zu beachten, dass die Kundengröße die Vermögenswerte des jeweiligen Versicherers reflektiert und nicht den vom Vermögensverwalter verwalteten Betrag.

Rankings sollten mit Bedacht gelesen werden. Die Platzierung eines Verwalters spiegelt gemeldete Volumina wider, nicht sein volles Leistungspotenzial. Einige der spezialisiertesten Anbieter finden sich weit hinten im Ranking. Der Markt bleibt konzentriert, sieben von 96 Verwaltern stehen für rund die Hälfte der Volumina, doch die unteren Quartile zeigen oft die interessantesten Trends: höhere Private-Asset- und Private-Debt-Allokationen sowie weniger Exponierung gegenüber börsennotierten Anleihen.

Fehlende Daten bedeuten keine fehlenden Kapazitäten, sondern eine bewusste Entscheidung der Verwalter, diese nicht zu melden.

Der Abschnitt Kategorieanalysen fasst die Daten aller Teilnehmer zusammen, um die wesentlichen Markttrends zu beleuchten: Expertise nach Anlageklassen, das Verhältnis zwischen börsennotierten Anleihen und Private Debt, der Anteil der Versicherungsvolumina an den Gesamtvolumina der einzelnen Verwalter sowie die geografische Verteilung. Diese Analysen ermöglichen eine fundierte Betrachtung, nicht nur darüber, wer Versicherungsvermögen verwaltet, sondern auch darüber, wie der Sektor seine Kapitalallokation gestaltet.

Private Markets und Private Debt

Der deutlichste Trend der diesjährigen Studie: die anhaltende Verschiebung hin zu privaten Märkten, mit Private Debt als treibender Kraft.

Private Debt stellt heute 16 % der gemeldeten Volumina. Vor fünf Jahren waren es 10 %. Das entspricht einer 2,4-fachen Steigerung, mit einem zusätzlichen Plus von 20 % im letzten Jahr allein. Das Spektrum ist breit: Traditionelle Privatplatzierungen führen, doch das Universum umfasst längst auch Mittelstandskredite, strukturierte Kredite, Infrastrukturfinanzierungen und weitere Private-Debt-Formen.

Immobilien gewinnen an Bedeutung: mit wachsender Exponierung gegenüber gewerblichen und wohnwirtschaftlichen Hypotheken. Private-Debt-Kapazitäten sind auf eine begrenzte Gruppe von Verwaltern konzentriert. Geratete Strukturen verdrängen zunehmend die direkte Kreditvergabe, mit Auswirkungen auf das buchhalterische und Kapitalprofil der Versicherer. Spannungssignale in einzelnen Marktsegmenten wurden gemeldet, doch der Sektor zeigt: Versicherer haben bei Verwalterauswahl und strukturellen Schutzmaßnahmen Disziplin bewiesen – wie weit diese trägt, wird der nächste Kreditzyklus zeigen.

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